Iltis gefunden

Bitte kontaktieren Sie uns bevor Sie ein Tier der Natur entnehmen! Nicht immer ist ein Wildtier hilfsbedürftig. Sollte es vorkommen, daß ein Nest mit jungen Iltissen freigelegt wird, sollte unbedingt eine Möglichkeit geschaffen werden, damit das Muttertier seine Jungen abholen und umtragen kann. gerne stehen wir beratend zur Seite!

Leider passiert es auch immer wieder, daß ein Muttertier während der Aufzucht ihrer Jungen verunfallt oder ein Welpe auf den ersten Ausflügen verloren geht.

Da man nicht immer weiß, wie lange ein Jungtier unversorgt und ausgekühlt ist, bieten Sie in jedem Falle bitte eine Wärmequelle, z.B. in Form einer handwarmen Wärmflasche an. Das Aufwärmen sollte langsam und vorsichtig geschehen, die Wärmequelle immer so angeboten sein, daß das Jungtier sich auch davon entfernen kann. Ganz kleine Welpen, sogenannte Silberlinge, sind sehr empfindlich und kühlen sehr schnell aus.

Bitte schauen sie bei dem Jungtier nach Verletzungen. Eventuell muß es von einem Tierarzt behandelt werden. Oder –  und das gilt gerade für die Sommermonate- sind bereits Fliegeneier auf dem Tierchen abgelegt. Dann müssen diese schnellst möglichst ausgekämmt werden. Besonders die Ohren, Nase, das Mäulchen,  der Genitalbereich und der After sind gründlich zu untersuchen- die geschlüpften Maden verschwinden schneller in diesen Körperöffnungen, als einem lieb ist.  Achten Sie darauf, ob es schnupft, ob das Näschen läuft und die Augen klar oder trüb sind.

Liebe Tierärzte und Tierpfleger: Bitte verabreichen sie nie prophylaktisch eine Wurmkur oder Spot on gegen Ektoparasiten! Viele Mittel werden von den Welpen nicht vertragen und können tödlich enden.

Bitte versuchen Sie nicht, einem unterkühlten Jungtier etwas zu verabreichen. Der Schluckreflex ist häufig nicht ausreichend vorhanden, so dass die Flüssigkeit über die Luftröhre in die Lunge gelangen kann und dort schnell zu einer Lungenentzündung mit Todesfolge führen kann.

Wenn das Jungtier vollständig aufgewärmt ist und auf Sie reagiert, dann können Sie vorsichtig ein wenig lauwarmes Wasser, nach Möglichkeit mit aufgelöstem Traubenzucker, anbieten. Am besten eignen sich dafür Pipetten oder kleine Einmalspritzen.

Bitte geben Sie keine Milch- erst Recht keine Kuhmilch! Es erfordert eine spezielle Aufzuchtmilch, die auf die Bedürfnisse des Iltis abgestimmt ist!

Sind bereits Zähne vorhanden, kann man zur Überbrückung ein hochwertiges Katzennaßfutter (Geflügel) anbieten. Eine Aufzucht ist damit nicht möglich!

Sonstiges:

Eine Identifikationshilfe für Jungtiere finden Sie hier: https://www.retscheider-hof.de/identifikation-jungtiere/

Vermeiden Sie jeglichen lauten Geräusche- Iltisse haben ein ausgesprochen gutes Gehör.

Waschen Sie das Jungtier nicht- auch nicht, wenn es streng riecht!

Vermeiden Sie jeden Kontakt zu Haustieren und Kindern! Auch Iltisse können Krankheiten übertragen, die nicht ungefährlich sind.

Bitte kontaktieren Sie uns umgehend! Für den Welpen ist eine schnelle Vergesellschaftung zur Stressreduzierung und die Fütterung für den Iltis geeigneter Nahrung wichtig. Im Grunde eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Vorbereitung auf die Wiederauswilderung.

Sollten Sie ein älteres Tier finden, ist es meist entkräftet. Lassen Sie sich von einer vermeintlichen Zahmheit nicht täuschen. Bitte achten Sie auf ihren Eigenschutz! Der Biß eines Iltis ist sehr schmerzhaft!

Eine Identifikationshilfe finden Sie hier: https://www.retscheider-hof.de/alttiere/

Wenn sie sich ein wenig erholt haben, können Iltisse sehr wehrhaft sein. Man sollte immer mit einem schnellen Biss oder auch mit der Entleerung der Stinkdrüsen rechnen!

Bitte achten Sie darauf, die Tiere sicher unterzubringen! Iltisse sind wendig, können durchaus klettern und passen durch die kleinsten Ritzen. Einem älteren Tier sollten sie etwas Wasser anbieten, im besten Fall mit aufgelöstem Traubenzucker. Bitte informieren Sie uns umgehend. Je nach Nahrungspräferenz ist der Iltis nur schwer aufzufüttern!

Grundsätzlich gilt: Kein kontakt zu Haustieren oder zu Kindern! Auch der Waldiltis kann Krankheiten und Parasiten übertragen, die für Mensch und Haustier unangenehme Folgen haben kann!