Deutsche Iltishilfe

 

Der Status des Europ. Waldiltis (Mustela putorius) ist für Deutschland nicht eindeutig geklärt. Oft findet der heimliche Jäger kaum Beachtung, wenn es um Bestandserfassung,  Monitoring-Verfahren, Schutzmaßnahmen oder auch einfach um Habitat-Verbesserungen geht. Dabei gibt es inzwischen Landstriche, in denen der Waldiltis nur noch selten oder auch gar nicht mehr vor kommt.

Die Deutsche Iltishilfe hat sich im Jahr 2015 gegründet und setzt sich für den Schutz des Waldiltis ein.  In der Hauptsache befasst sich die Organisation mit der Erfassung von Vorkommens-hinweisen, sei es durch Sichtungsmeldungen, durch Lebendfunde oder auch durch Totfunde. Inzwischen ist eine umfangreiche Datenbank entstanden. Im Rahmen des Totfund-Monitorings werden für die jeweiligen Fundorte Analysen der vorgefundenen Landschaftsstrukturen vorgenommen um mögliche Habitate zu bestimmen – eine wichtige Voraussetzung für Schutzmaßnahmen.

Aufgefundene und verwaiste Jungtiere werden in der Wildtierstation auf dem Retscheider Hof aufgenommen. Verunfallte oder erkrankte Alttiere finden hier ebenso Hilfe. Oberste Priorität ist die möglichst optimale Vorbereitung und Wiederauswilderung der hier aufgenommenen Tiere. Als recht spezieller Raubsäuger erfordert der Waldiltis besondere Kenntnisse seiner Bedürfnisse und seines Nahrungsanspruches. Nicht nur aus der Bundesrepublik, auch aus dem angrenzenden Ausland werden hier wegen der Spezialisierung Waldiltisse in unsere Obhut gegeben. Wir stehen  Kollegen, z.B. in Polen, Schweden und anderen Ländern, bei den Aufzuchten oder in der Patienten-Betreuung beratend zur Seite.

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Auswilderungen erfolgen, nach entsprechender Vorbereitung, mit einem umfassenden Monitoring.

 

 

Im Gegensatz zum Waldiltis, der kaum Öffentlichkeit erfährt, hat die domestizierte Form – das Frettchen – heute eine zunehmende Rolle als Haustier gewonnen. Inzwischen völlig überzüchtet entspricht es fast nicht mehr der ursprünglichen Form. Nicht selten gelangen unkastrierte Frettchen-Fähen in die Wildbahn. Unter Umständen werden sie dort von einem Iltis gedeckt und bringen Mischlinge hervor, sogenannte IFM (Hybriden). Die Haltung solcher Tiere ist nicht einfach und stellt Privat-Personen vor große Probleme. Immer wieder hat auch die Wildtierstation solche Mischlinge als Gäste. Auch ausgesetzte oder entlaufene Frettchen werden in der Wildtierstation häufig aufgenommen und betreut. Lässt sich kein Besitzer ausfindig machen, werden die Frettchen nach einer umfassenden Gesundheits-Kontrolle in der Regel gechipt, kastriert und geimpft über Frettchenhilfen in neue zu Hause vermittelt.

Die Deutsche Iltis Hilfe hat inzwischen ein kleines Team an ehrenamtlichen Helfern ausgebildet, die die Forschungsarbeiten im Rahmen des Totfundmonitorings unterstützen. Darüber hinaus helfen die Mitglieder des Teams bei der Identifikation aufgefundener Tiere, leisten Erstversorgungen bei verwaisten oder verunfallten Tieren und setzen sich in der Öffentlichkeitsarbeit ein.

Neben Schulungen und Informationsveranstaltungen rund um den Waldiltis bietet die Deutsche Iltishilfe Seminare zur Erlangung der Sachkunde in der Frettchenhaltung an.

Iltis gefunden: Hier finden Sie eine  Erste Hilfe

Weitere Informationen zu Findlingen gibt es hier: https://www.retscheider-hof.de/iltis-gefunden/

Eine Hilfe zur Identifikation und Altersbestimmung finden Sie hier: https://www.retscheider-hof.de/identifikation-jungtiere/