Aufzucht/Pflege

Vorweg eine Bitte:

Kontaktieren Sie und bevor Sie ein Wildtier der Natur entnehmen. Wir helfen Ihnen gerne bei der Einschätzung der Hilfsbedürftigkeit, dem Umgang oder einer eventuellen Erstversorgung. Nicht alle Wildtiere bedürfen unserer Hilfe. Es hängt immer vom Einzelfall und von der jeweiligen Art ab. Fassen Sie ein Jungtier, vor allem ein Säugetier, bitte nicht grundlos an. Der Stress ist für das Jungtier enorm und im Zweifel wird das Muttertier durch den Geruch stark irritiert.

 

Wir sind in der Aufzucht und Pflege von Säugetieren sehr eng spezialisiert. Hauptschwerpunkte bilden die europäische Wildkatze, Waldiltis, Dachs und Rotfuchs. Die Aufzucht dieser Säuger ist sehr arbeitsintensiv. Säugetiere müssen rund um die Uhr gefüttert werden müssen. Die bei uns aufgenommenen Tiere gehören zu den dämmerungs- und nachtaktive Tierarten. Wildkatze und Waldilts sind zudem echte Nahrungsspezialisten.

Zur Vermeidung von Fehlprägungen und zur Vorbereitung auf eine Leben in freier Wildbahn lehnen wir Einzelaufzuchten ab. Aus diesem Grund hegen wir auch einen guten und regen Austausch mit Kollegen – und geben unter Umständen auch Tiere ab.

Wir bemühen uns, rückläufige oder sich wieder ausbreitende, einheimische Wildtiere in ihren Populationen zu stärken. Gerade deshalb erfordert die Aufzucht solch spezieller Arten eine umfangreiche Kenntnis, bei Bedarf auch eine umfangreiche Diagnostik, um die möglichst optimale Voraussetzung für eine Auswilderung zu schaffen.

Wie Sie sich bei einem Fund eines Wildkätzchens verhalten und wie im Notfall eine Erstversorgung vorgenommen werden sollte können Sie hier nachlesen:

Wildkatze gefunden

Wie Sie sich bein Fund eines Waldiltis verhalten und wie im Notfall eine Erstversorgung vorgenommen werden sollte, können Sie Hier nachlesen:

Iltis gefunden

 

Da es bei der Wildkatze und auch beim Waldiltis immer wieder zu Verwechslungen mit Haustieren kommen kann, stehen Ihnen hier auf der Hp Identifikationshilfen zur Verfügung. Im Zweifel kann jedoch ein direkter Kontakt zu uns bereits schnelle Abhilfe schaffen.

Ab dem Spätsommer sind wieder viele Jungtiere auf dem Weg in die Selbständigkeit. Sie müssen sich jetzt selbst versorgen und sich ein eigenes Streifgebiet suchen. Nicht selten kommt es in dieser Zeit zu Unfällen im Straßenverkehr, sie geraten in andere Gefahrensituationen oder auch einfach zu Einschränkungen durch Erkrankungen. Erkrankte Tiere können, je nach Schwere der Erkrankung, ein stark verzögertes Reaktionsvermögen zeigen und dadurch „zahm“ wirken.

Denken Sie bitte immer zuerst an ihren eigenen Schutz! Es gibt durchaus Krankheiten, die für Sie oder vielleicht auch für ihre Haustiere problematisch werden können.

Foto: privat
Foto: Privat

Verletzte Tiere haben Stress, erst Recht, wenn sie in die Nähe von Menschen geraten. Nicht selten können diese Tiere dann ungeahnte und vor allem unerwartete Kräfte mobilisieren- sie müssen schließlich ihr Leben verteidigen.

Unterschätzen Sie niemals ein Wildtier und überschätzen Sie sich niemals selber!

Bei allem, was sie tun, haben Sie bitte auch immer das Tier als das im Blick, was es ist, ein Wildtier!

Unschöne Dinge können Sie sich hier anschauen:

Risiken für junge und ältere Wildkatzen

Eigenschutz geht vor- eine der wichtigsten Regeln im Umgang mit Wildtieren!