Parasitologie

Die Parasitologie spielt beim Waldiltis eine große Rolle. Gerade geschwächte Tiere haben in der Regel nicht nur einen recht hohen, sondern auch einen extrem vielfältigen Besatz an Parasiten. Zur Einschätzung des Allgemeinzustandes, zur Abwägung, ob und wie sehr ein Parasit den Organismus  beeinträchtigt, werden Kotproben zur Analyse eingereicht.  Eine prophylaktische Behandlung lehnen wir ab, zum einen, weil sie in der Bandbreite  nicht möglich ist, zum anderen, weil die gängigen Antihelminthika oftmals wirkungslos gegenüber den Parasiten bleiben. Nach abgeschlossener Analyse kann in bestimmten Fällen eine selektive Entwurmung mit einem Einzelmittel vorgenommen werden.

Parasitologische Besonderheiten finden Sie hier:

Die Parasiten des Europäischen Iltisses (Mustela putorius Linnaeus, 1758) in Deutschland von Franz Maximilian Kretschmar ist eine der wenigen Arbeiten, die speziell  die Ekto- und Endoparasiten des Waldiltis untersucht und aktualisiert hat. Die an der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilian-Universität in München erarbeitete Dissertation wurde 2016 abgeschlossen und vorgestellt. Nachfolgend habe ich alle in der Dissertation aufgeführten Parasiten, die in Deutschland vorkommen, zusammen gefasst und aufgelistet.

Die vollständige Arbeit von Kretschmar finden Sie hier: https://edoc.ub.uni-muenchen.de/19957/

Exoparasiten des Iltis

Iltisse sind mitunter wahre Zeckensammler.

Bisher erfasste Zeckenarten:      Ixodes canisuga

Ixodes hexagonus

Ixodes rugicollis

Ixodes ricinus

Ixodes spp.

 

Die Zusammenfassung der Milbenfauna  des Iltisses ist nicht sehr umfangreich. Es wurden für Deutschland bisher nur Pelzmilben nachgewiesen.

Lynxacarus  mustelae

Wir beobachten häufiger einen Befall mit Ohrmilben, vor allem bei adulten Tieren, haben diese aber bisher nicht explizit bestimmt.  Im Rahmen der parasitologischen Untersuchungen wurden bisher hier folgende Milben nachgewiesen:

Demodex sp.

 Radfordia affinis

 

Mallophagen (Kieferläuse) und Anoplura (echte Tierläuse) finden sich auch nur spärlich.

Trichodectes jacobi

Trichodectes mustelae

Vor allem Jungtiere kamen häufiger mit einem Befall von Haarlingen, der sich meist durch die überwiegend im Nackenbereich abgelegten gelblichen Eier mit dem bloßen Auge erkennen ließ.

 

Siphonaptera (Flöhe)

Laut Kretschmar ist die Wirtsspezifität bei Flöhen generell nicht stark ausgeprägt. Es ist daher davon auszugehen, dass die auf Iltissen gefundenen Flöhe meist von Beutetieren übergegangen oder aber aus der Nutzung von Tagesverstecken aufgenommen wurden.  In Deutschland wurden insgesamt 11 verschiedene Flohspezies gezählt.

Ceratopsyllus s.sciurorum

Megabothris walkeri

Megabothris turbidus

Paraceras melis

Tarsopsylla o.octedecimdentata

Ctenophtalmus agyrtes

Ctenophtalmus b.bisoctodentatus

Archaeopsylla erinacei

Pilex irritans

Chaetopsylla globiceps

Chaetopsylla rothschildi

Nosopsyllus fasciatus

Ctenophtalmus a. fennicus

Palpeopsylla minor

Hystrichopsylla talpae

Typhloceras poppei

Ctenocephalides felis

Chaetopsylla trichosa

Im Rahmen der hier stattfinden jährlichen Aufzuchten von juvenilen Iltissen ist bisher nur ein einziges Tier durch einen massiven Flohbefall aufgefallen.  Das Jungtier war allerdings stark dehydriert und bereits massiv mit Fliegeneiern besetzt.  Vermutlich werden die Flöhe erst im Laufe des zunehmenden Lebensalters überwiegend durch die selbständige Jagd aufgenommen.   Auch die adulten Tiere, die hier aufgrund von Krankheit oder Verletzung zur Pflege aufgenommen wurden, zeigten keinen übermäßigen Befall mit Flöhen.

 

Endoparasiten des Iltis

Protozoen

Der Iltis ist, wie viele andere Säuger auch, mit Protozoen und verschiedensten Helminthen besiedelt, die in unterschiedlichen Organen parasitieren. Die Bestimmung ist jedoch nicht immer einfach, so dass es hierzu nur recht ungenaue Angaben gibt.

Protozoen

                                                               Eimeria ictideae

Giardia duodenalis

Mittels Kotprobe wurden auch bei den hier aufgenommenen Tieren häufiger Protozoen in Form von nicht näher bestimmten Kokzidien nachgewiesen.

                                                               Kokzidien (ohne Bestimmung)

 Trematodenfauna

Der Iltis kann sowohl als End-, als auch als Zwischenwirt für die vorwiegend im Darmkanal parasitierenden Saugwürmer  fungieren. Jedoch auch in anderen Organen wie Leber, Galle, Lunge oder auch in den Nasennebenhöhlen sind Trematoden vorzufinden. Als recht speziell kann der Troglotrema acutum gelten, der, bis auf wenige Ausnahmen, bisher fast ausschließlich beim Waldiltis gefunden wurde.

Isthmiophora melis

Troglotrema acutum

Opisthoris felineus

Euryhelmis squamula

Alaria alata

Metorchis bilis

Pseudamphistomum truncatum

 

Im Jahr 2014 kam eine in Iserlohn aufgefundenen Iltis-Fähe mit Atemnot und mäßigen Ernährungszustand in Pflege. Bei ihr wurde mittels Kotprobe Troglotrema acutum nachgewiesen.

Im Jahr 2018 wurden erstmals nachgewiesen: Brachylaemus erinaceae

                                                                                  Fasciola hepathica

                                                                                 

Zestodenfauna

Auch Zestoden scheinen beim Iltis nicht sonderlich häufig vorzukommen.

Taenia martis

Taenia pisiformis

Taenia sp.

Versteris mustela

Ein Nachweis von Diphylobotrium latum bei einer Iltis-Fähe aus 2015 wird auf die unmittelbare Nähe zu einer Fischzucht zurück geführt. Es ist davon auszugehen, dass sich der Iltis im Laufe seiner  Erkrankung vermehrt von den ausgebrachten  Fischabfällen ernährt hat.

                                                               Diphylobotrium latum

In 2018 wurde erstmals nachgewiesen:

                                                        Cittotaenia sp.

Nematodenfauna

Vertreter der Nematoden parasitieren am häufigsten im Waldiltis.

Ucinaria criniformis

Molineus patens

Skrjabingylus nasicola

Crenosoma striatum

Filaroides martis

Toxocara sp.

Capillaria aerophilia

Capillaria paranalis

Capillaria putorii

Capillaria sp.

Aelurostrongylus spp.

Angiostrongylus sp.

Crenosoma melesi

Crenosoma sp.

Molineus patens

Strongyloides mustelorum

Agamospirura spp.

Acanthocephala gen.sp.

Aus unseren Kot-Analysen können wir die Liste mit einigen Arten ergänzen:

Crenosoma vulpis

Ascaridia sp

Metastastrongylus confusus

Aelurostrongylus abstrusus

Angiostrongylus vasorum

Oryuren