Europäischer Waldiltis (Mustela putorius)

MariDraußen

Der heimliche Jäger der Nacht ist vielen Menschen inzwischen völlig unbekannt geworden. Der auch als „Ratzer“ oder „Stänker“ bezeichnete Marder, der früher vielerorts als Mitbewohner in ländlichen Gehöften und Scheunen vorkam, ist in gesamt Europa auf dem Rückzug.

Während das Frettchen gerade jetzt seine Hochzeit als Haustier erlebt, verschwindet seine Stammform langsam und leise aus der Landschaft. Im Gegensatz zum beliebten Haus- und Kuscheltier hat der Iltis immer mehr mit dem Verlust an Lebensraum und der Zunahme an Feinden zu kämpfen. Als nachtaktives Tier, immer mit der Nase am Boden und auf der Suche nach fressbarem, benötigt der Iltis deckungsreiche Zonen zum Schutz vor größeren Räubern wie Greifvögel, Fuchs und Dachs. Zunehmend werden  der Mink und der Marderhund ihm den Lebensraum streitig machen.

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Auch wirkt sich die intensive landschaftliche Nutzung nicht gerade zum Vorteil aus- werden doch viele Lebensräume durch riesige Monokulturen zerschnitten und in eine deckungslose Landschaft verwandelt. Die Trockenlegung von Feuchtgebieten oder die Begradigungen von Bachläufen tun das ihre dazu. Populationen werden räumlich getrennt, es kommt zu Verinselungen- nicht zuletzt schlicht und ergreifend zum Aussterben einer Teilpopulation, weil das Habitat nicht mehr die nötigen Lebensbedingungen zur Verfügung stellt. Schliesslich ist der Iltis mit seinen kurzen Beinen nicht für lange Strecken ausgelegt- ein Iltisrevier kann in Abhängigkeit der Nahrung 200 bis 250 ha groß sein – ein Fuchs-Revier kann bis zu 40 Quadratkilometer erreichen.

Derzeit werden in verschiedenen wissenschaftlichen Projekten Vorkommensgebiete, Populationsgrößen, sowie Habitat-Strukturen erfasst. In einer europaweiten Studie werden anhand von genetischem Material Merkmale des Zustandes einer Population, Verwandtschaftsbeziehungen und Handlungsrichtlinien erarbeitet. Wir unterstützen diese Forschungsarbeiten und stellen dem Büro „Wildforschung & Artenschutz“ in Sachsen-Anhalt (www.wildforschung-artenschutz.de) unsere Daten zur Verfügung, die dort zentral gesammelt und entsprechend weiter geleitet werden.

Wir bitten daher um Mithilfe bei der Erfassung von Iltis-Vorkommen.

Meldebogen Iltis: MeldebogenIltis

Im Rahmen wissenschaftlicher Sektionen sind wir ebenso an tot aufgefundenen Tieren interessiert – und sprechen hiermit auch ambitionierte Jäger an, sich gerne an diesem Projekt zu beteiligen.

Informationen erteilen wir gerne unter : 02224/97690820 oder per mail : steffi@retscheid.de

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