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Untersuchung zur saisonalen Raumnutzung des Europäischen Iltis (Mustela putorius) im Bereich stehender und fließender Gewässer

Allgemein wird dem Iltis eine Vorliebe für Habitate nachgesagt, die in der Nähe von Bachläufen, Teichen oder sonstigen Feuchtgebieten liegen. Vielfach wird diese Vorliebe auf das Vorhandensein von Amphibien, hauptsächlich von Fröschen (Rana spec.), zurückgeführt. Es liegt jedoch bisher keine Untersuchung vor, die zumindest eine saisonale Präferenz eindeutig belegt, obwohl davon ausgegangen werden müsste, dass vor allem während der Jungtieraufzucht aufgrund der saisonalen Verfügbarkeit und der nur kleinräumig möglichen Nutzung, die Iltis-Fähe auf diese Nahrungsquelle angewiesen sein müsste. 

Durchführung:

Zum Nachweis dieser saisonalen Nahrungspräferenz des Iltisses ist ein Monitoring im Bereich von Gewässern, die von Amphibien genutzten werden, mittels Fotofallen und Durchlauffallen mit Kameras + Nahlinsen bei gleichzeitigem Monitoring der vorhandenen Amphibien ein erster Schritt. Wichtig wäre eine Übersicht über das Vorhandensein und die Raumnutzung des Iltisses sowie den Bestand an Amphibien zu erhalten, wann sie sich an den Gewässern einfinden, wie lange sie dort verweilen und wann sie die Gewässer oder die unmittelbare Umgebung wieder verlassen um einen zeitlichen und räumlichen Zusammenhang zwischen der Anwesenheit des Iltis und den Amphibien als saisonal genutzte Nahrung herzustellen. Die Erfassung findet über den Zeitraum vom 1. März bis 28. Februar 2024 statt, um verlässliche Daten darüber zu liefern, wie stark zu bestimmten Zeiten die Gewässer, durch welche dieser Tierarten frequentiert werden. Neben der möglichen Gewässerpräferenz sollen sowohl die unterschiedlichen Fallentypen sowie optimale Fotofallen-Standorte ermittelt/getestet werden. Die Erfassung der Abundanzen der Amphibien findet in der Paarungs- und Laichzeit (von Februar bis Mai) 1x wöchentlich statt, ebenso die Kontrolle der Fotofallen. Danach wird eine monatliche Kontrolle der Fotofallen, bei gleichzeitig fortlaufender Kartierung der Amphibien, durchgeführt.

Untersuchungsgebiet

Das Untersuchungsgebiet umfasst sowohl Bachläufe, Feuchtgebiete im Mischwald als auch Feuchtgebiete im Offenland. Darüber hinaus Kalamitätenflächen, die größtenteils geräumt, dann aufgeforstet oder auch sich selbst überlassen wurden. Eine Meldung eines gesichteten Iltisses liegt zwar schon viele Jahre zurück, bestätigt aber zumindest ein früheres Vorkommen. Eine erste Begehung mit dem Jagdpächter, der das Projekt unterstützt und die Nutzung des Gebietes ermöglicht, hat bereits stattgefunden.

Material

Zur Verwendung kommen ausschließlich hochwertige Kameras mit extrem kurzer Auslösezeit und unsichtbarem IR-Licht (no glow 950nm). Als Durchlauffallen kommen speziell für das Monitoring von kleinen Carnivoren entwickelte Mostella-Durchlauffallen, (Camerval.eu) mit Nah-Linse und integrierter Kamera zum Einsatz, zusätzlich Struikrover-Röhrenfallen mit integrierter Kamera, Haarhaftfallen und spezielle Iltis-Boxen mit integrierter Kamera zum Einsatz. Die Kontrolle der Ausrichtung der Kameras und das Auslesen der SD-Karten erfolgt wie unter „Durchführung“ angegeben.

Erste Phase:

Dem Jagdpächter möchten wir vorab schon mal ganz herzliche danken. Er hat uns den Teil des Revieres zur Verfügung gestellt, der das Projektgebiet umfasst. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir das Projektgebiet zum derzeitigen Stand nicht veröffentlichen. Zur Zeit nehmen wir die Kartierung des Habitats vor. Geplant sind insgesamt zehn Standorte, die mit Durchlauffallen und Kameras bestückt werden.

Förderung durch die Stelberg Tier- und Naturschutzstiftung

Projektförderung durch die Stelberg Tier- und Naturschutzstiftung

Ausbildung eines Hundes als Artenspürhund zum Nachweis des Europäischen Iltis (Mustela putorius) anhand von Losung

Zieldes Projektes ist die Ausbildung eines Artenspürhundes zum Nachweis des Europäischen Iltis (Mustela putorius) durch das Auffinden von Losung.

Für diesen Zweck ein Hund ausgesucht und angeschafft worden, der die Voraussetzungen in Hinblick auf seine Eigenschaften als Suchhund erfüllt: Das Deutsch Stichelhaar „Fredo vom Einetal“.

In einem ersten Schritt wird der Hund auf Grundgehorsam und Anzeige ausgebildet, im Laufe des Jahres (2024) auf den Geruch von Iltis-Losung trainiert und in einem Test-Gebiet eingesetzt. Bis zum Jahresende soll das Suchverhalten gefestigt und in verschiedenen Transsekten erprobt sein.

Im zweiten Schritt sollen zum Frühjahr 2025 die ersten Suchen in unterschiedlichen Regionen absolviert werden, um das Vorkommen des Europäischen Iltis (Mustela putorius) zu verifizieren.

In den Folgejahren ist ein Einsatz des Hundes in weiteren Projekten vorgesehen.

Die Ausbildung eines Artenspürhundes schließt zum einen die Lücke in den bisher angewendeten Monitoring-Verfahren, zum anderen dient sie bereits der Erprobung von Ausbildungsverfahren und Einsätzen eines Artenspürhundes in Hinblick auf ein weiteres, sich in der Beantragung befindlichen Projektes zum Europäischen Iltis.

Die Datenerfassung von Wildtieren muss so erfolgen, dass die Störungen möglichst gering und die Kosten vertretbar sind. Nicht- invasive Methoden erfordern keinen direkten Kontakt zum Tier und eignen sich daher gut für eine Datenerfassung. Viele Tierarten lassen sich durch einfache Techniken gut monitoren, die sich auf den Iltis jedoch nur schwer anwenden lassen. Sichtbeobachtungen sind aufgrund seiner nachtaktiven Lebensweise eher selten, Fotofallenbelege liegen aufgrund seiner Präferenz für deckungsreiche Strukturen fast keine vor, Meldungen von Totfunden ergeben aufgrund der geringen Zahl kein vollständiges Bild und das Auffinden von Losung gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen, zumal bei den Hinterlassenschaften eine große Verwechslungsgefahr mit dem in vielen Gebieten vorkommenden amerikanischen Mink das eindeutige Zuordnen erschwert. Aufgrund des inzwischen erfolgreichen Einsatzes von Artenspürhunden z.B. bei Fischotter, Wolf und vielen weiteren Tier- und Pflanzenarten wäre der Einsatz eines Artenspürhundes zur Etablierung einer sichern Methode zum Nachweis des Europäischen Iltis (Mustela purtorius) die Methode der Wahl.

Die Ausbildung eines Artenspürhundes ist zeit- und kostenintensiv. Wir freuen uns sehr, dass die Stelberg Tier- und Naturschutzstiftung die Förderung des Projektes im ersten Jahr übernommen hat. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz, im Besonderen für den Europäischen Iltis.