Patienten

Nicht alle Patienten werden hier betreut, bis sie wieder entlassen werden können. Oft leisten wir hier nur eine Erstversorgung und geben die Tiere dann an entsprechend spezialisierte Kollegen weiter. Über besondere Fälle, die wir hier in der Station betreuen oder betreut haben möchten wir hier berichten.

2015

Fuchsräude

Dieser Rotfuchs wurde in einem Kellerabgang gefunden, in den er sich in der Ecke zusammengekauert hatte. Es handelte sich um einen immaturen (noch nicht ganz erwachsen) Rüden. Er war dünn, aber nicht völlig abgemagert.

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Ein klassischer Räude-Patient. Er zeigte bereits ausgeprägte Borkenbildungen auf dem Rücken, über die gesamten Oberschenkel und auf der Rute. Der Kopf und die Ohren wiesen ebenfalls Verkrustungen auf. Auch waren einige Bereiche bereits aufgebrochen, so daß an verschiedenen Stellen die darunter liegende Haut aufgerissen war- optimale Eintrittspforten für Bakterien und Pilze.

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Es galt also den Fuchs aufzufüttern, das Immunsystem zu stärken, die Räude zu behandeln und den möglichen Sekundärinfektionen vorzubeugen.
Die Räude wird durch verschiedene Milbenarten hervorgerufen und kommt nicht nur bei Füchsen vor. Auch Eichhörnchen und Igel haben wir bereits häufiger auf Milben behandelt. Beim Fuchs kommt es vor allem zu diesem Erscheinungsbild durch die Grabmilbe Sarcoptes scabiei var. vulpes. Die Milben rufen einen starken Juckreiz hervor. Zum einen bedingt durch eine allergische Reaktion auf deren Speichel und Kot, zum anderen, weil die Weibchen zur Eiablage Bohrgänge in die Haut legen. Es kommt zum vermehrten Kratzen und Scheuern, zu unruhigem und ständig gestörtem Schlaf und zu Verletzungen der Haut. Die Haare fallen aus und der Fuchs sieht zunehmend borkiger aus. In der Folge verbraucht der Fuchs erheblich mehr Energie um seine Körpertemperatur aufrecht zu erhalten, gegen die Sekundär-Infektionen anzugehen, bzw. den Parasiten abzuwehren. Bei einem gut aufgestellten Immunsystem ist der Fuchs in der Lage, sich selbst zu heilen. Bei geschwächter Abwehrlage jedoch kommt es zur Ausbreitung der Parasiten. Der Fuchs magert ab und erfriert in letzte Instanz, weil er den Schutz des Fells nicht mehr hat – oder sich Sekundärinfektionen zu einer Sepsis entwickelt.
Sarcoptesmilben sind größtenteils artspezifisch- dennoch kann es durch direkten oder auch indirekten Kontakt auch zu einer Übertragung auf Tier und Mensch kommen- wie bei Flöhen und anderen Ektoparasiten.
Bei Hund und Katze behandelt man Ekoparasiten heute mit einem Spot on, welches einfach auf den Nacken aufgetragen wird. Da ist der Fuchs nicht anders. Nach der ersten Behandlung begangen die Krusten sich zu lösen.

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Aufgefüttert wurde der Kerl mit einer speziellen, magenschonenden Futtermischung. Zusätzlich wurde er antbiotisch abgedeckt. Der Patient war sehr umgänglich und hat sich vorbildlich verhalten. Und nach einiger Zeit begann bereits das Fell an verschiedenen Stellen wieder nach zu wachsen.

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Insgesamt haben wir ihn dreimal gegen die Parasiten behandelt. Da er doch eine ganz ordentliche Menge an Chemie verarbeiten mußte, waren vor allem auch der Aufbau einer guten Darmflora und die Stärkung des Immunsystems sehr wichtig. Nachdem sich dann bereits ein Teil des Fells entwickelt hatte, konnte er die Krankenstation verlassen und auf die Wiederauswilderung vorbereitet werden.

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Sicher- eine solche Behandlung ist langwierig – führt aber in der Regel zum Erfolg, wenn nicht über 2/3 der Haut geschädigt sind und wenn der Fuchs den Aufenthalt in der Station psychisch verkraftet.

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Dieser Fuchs hat es jedenfalls geschafft- und konnte wieder in die Wildbahn entlassen werden.

 

 

2014

Schädeltrauma nach Unfall – die Sehkraft brauchte gut zwei Monate, um wieder vollständig hergestellt zu sein.

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Dem Welpen fehlte ein Stück der Rute und sie hatte eine tiefe Verletzung am Hinterbein

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Rabenkrähe mit Fraktur des Intertasalgelenks

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Angelschnur- ganz beliebt!

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Angelhaken- auch beliebt!

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Schwer entzündete und bereits mit Fiegenmaden besetzte Wunde..

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