Aufzucht

Vorweg eine Bitte:

Kontaktieren Sie und bevor Sie ein Wildtier der Natur entnehmen. Wir helfen Ihnen gerne bei der Einschätzung der Hilfsbedürftigkeit, dem Umgang oder einer eventuellen Erstversorgung. Nicht alle Wildtiere bedürfen unserer Hilfe. Es hängt immer vom Einzelfall und von der jeweiligen Art ab. Fassen Sie ein Jungtier, vor allem ein Säugetier, bitte nicht grundlos an. Der Stress ist für das Jungtier enorm und im Zweifel wird das Muttertier durch den Geruch stark irritiert.

100_2310Wir ziehen in der Hauptsache Säugetiere auf. Die Aufzucht von Säugern ist sehr arbeitsintensiv, da die meisten Säuger auch nachts gefüttert werden müssen. 100_3436Zur Vermeidung von Fehlprägungen und zur Vorbereitung auf eine Leben in freier Wildbahn lehnen wir Einzelaufzuchten ab. Aus diesem Grund hegen wir auch einen guten und regen Austausch mit Kollegen – und geben unter Umständen auch Tiere ab.

100_2915Die Frage, ob man eine bestimmte Tierart aufzieht oder nicht, stellt sich für uns nicht. Jede Wildtierart hat ihren Platz in der Natur, in die wir als Mensch mehr als genug eingreifen. Ob eine bestimmte Tierart häufig vorkommt oder nicht, ist unter anderem abhängig von der Position in der Freßkette, vom vorhandenen Habitat und von den Einschränkungen, die der Mensch vornimmt. Ob eine bestimmte Tierart gut oder schlecht ist für die Natur, haben nicht wir zu entscheiden.

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Wir bemühen uns die einheimischen Wildtiere in ihren Populationen zu stärken. Neozoen wie Waschbär, Marderhund und Mink bereiten den hier lebenden Wildtieren große Probleme, führen im Zweifel sogar zum Rückgang, bzw. zum Aussterben bestimmter Populationen.

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Ab dem Spätsommer sind wieder viele Jungtiere auf dem Weg in die Selbständigkeit. Sie müssen sich jetzt selbst versorgen und sich ein eigenes Reich suchen. Nicht selten kommt es in dieser Zeit zu Unfällen im Straßenverkehr, zu Raufereien mit Gleichaltrigen oder es kommt bei großen Wurfzahlen schlicht weg bei den Kleinsten zu Erkrankungen oder Abmagerung. Erkrankte Tiere können je nach Schwere der Erkrankung ein stark verzögertes Reaktionsvermögen zeigen und dadurch verhältnismäßig zahm wirken. Denken Sie bitte auch hier zuerst an sich- es gibt durchaus Krankheiten, die für Sie oder vielleicht auch für ihre Haustiere problematisch werden können.

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Verletzte Tiere haben Stress, erst Recht, wenn sie in die Nähe von Menschen geraten. Nicht selten können diese Tiere dann ungeahnte und vor allem unerwartete Kräfte mobilisieren- sie müssen schließlich ihr Leben verteidigen. Unterschätzen Sie niemals ein Wildtier und überschätzen Sie sich niemals selber!

Eigenschutz geht vor- eine der wichtigsten Regeln im Umgang mit Wildtieren!